Die Vorführung von «Kinder der Berge» (Ludmila) beim Film Fest Liechtenstein am 4. August erwies sich als grosser Erfolg. Rund 240 Besuchende verfolgten den 1958 in Liechtenstein gedrehten Spielfilm und sorgten für eine eindrucksvolle Kulisse.
Vor der Filmvorführung gab es eine kurze Einführung von Bibliotheksleiter Daniel Quaderer zur Entstehung und Bedeutung des Werks. Dabei wurde der Bogen vom ersten Film Fest 1996 bis zum heutigen Jubiläumsjahr gespannt. Vorgestellt wurden die Hintergründe zur Novelle „Ludmila“ des amerikanischen Schriftstellers Paul Gallico, der mehrere Jahre auf dem Triesenberg lebte, sowie zu den Dreharbeiten mit Oscarpreisträger Maximilian Schell und zahlreichen Liechtensteiner Statisten.
Die Geschichten rund um die Produktion waren besonders spannend: So brachte Baron Eduard von Falz-Fein nicht nur die Finanzierung entscheidend voran, sondern mobilisierte für eine Schlossszene auch über 100 Statisten, die er per Lautsprecherdurchsage auf seinem Auto im ganzen Land zusammenrief. Auch die aus dem Wallis geholte Filmkuh „Dragon“ mit den schönen Augen fand beim Publikum grosse Beachtung. Für manche gehört zu „Kinder der Berge” nicht nur die Geschichte von Ludmila, sondern auch das legendäre „Duliduliöh”. Der eingängige Refrain des Filmschlagers „Nicht weit von hier” sorgte bereits 1958 für gute Laune und hat bis heute echten Ohrwurmcharakter.
Die Besucher erhielten eine ausführliche Programmbroschüre. Bei der Einführung wurde die aufwendige Restaurierung des beinahe verloren gegangenen Films hervorgehoben. Heute gilt „Kinder der Berge” weit über den Status eines Heimatfilms hinaus als einzigartiges Zeitdokument, das das Leben, die Traditionen und die Bergwelt Liechtensteins der 1950er-Jahre auf authentische Weise festhält. Der lange Applaus am Ende des Abends zeigte, dass der Film auch nach fast 70 Jahren nichts von seiner Ausstrahlung verloren hat.

