Häufig gestellte Fragen

Das Internet ist seit mehr als 20 Jahren ein Massenphänomen, doch die Bibliotheken sind gefragter denn je. An vielen Orten sind neue Bibliotheksgebäude entstanden. Bibliotheken sind auch in Zukunft wichtig als Medienanbieter, als Lernort und als Begegnungsort.

Das Internet ermöglicht zudem neue Bibliotheksdienstleistungen, wie z.B. den Online-Katalog der ausleihbaren Medien, die Ausleihe von eBooks und die digitale Bereitstellung von gedruckten Publikationen über Liechtenstein.

Die Liechtensteinische Landesbibliothek hat noch nie so viele gedruckte Bücher ausgeliehen wie im Jahr 2018. Und dies, obwohl die Landesbibliothek seit dem Jahr 2011 auch eBooks ausleiht. Gedruckte Bücher und eBooks haben unterschiedliche Vorteile. Sie ergänzen sich und verdrängen sich nicht.
Die Liechtensteinische Landesbibliothek ist offen für die ganze Bevölkerung. Sie lädt alle ein zum Lesen, Lernen, Stöbern und Verweilen. Wer Bücher, Hörbücher, Filme, Zeitschriften oder elektronische Medien ausleihen möchte, kann sich einen Benutzungsausweis ausstellen lassen.

Am heutigen Standort hat die Landesbibliothek viel zu wenig Platz. Drei Viertel der ausleihbaren Medien sind in Magazinen weggeschlossen und für die Benutzenden nicht direkt zugänglich. Ein Grossteil der Medien befindet sich in einem Aussenmagazin, was für die Benutzenden lange Wartezeiten bedeutet. Zu wenig Fläche gibt es auch für Lernplätze, für Gruppenarbeitsplätze, für die Cafeteria sowie für Veranstaltungen und Ausstellungen.

Die Bibliotheksräumlichkeiten sind heute nur eingeschränkt behinderten- und familiengerecht, weitere Automatisierungen sind erschwert. Zudem ist die Anbindung an den öffentlichen Verkehr schlecht.

Die Landesbibliothek ist seit langem auf der Suche nach einem zentralen Standort mit mehr Platz, um der Bevölkerung bessere Dienstleistungen zu erbringen. Das Post- und Verwaltungsgebäude Vaduz ist ein idealer Standort für die Landesbibliothek. Es bietet nach einem bibliotheksgerechten Umbau genügend Platz für alle Medien. Die zentrale Lage und die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr eröffnen neue Entwicklungschancen zum Vorteil der Bevölkerung.
Am neuen Standort kann sich die Landesbibliothek weiterentwickeln in Richtung Lernort, Aufenthaltsort und Begegnungsort. Die grösseren Räumlichkeiten bieten genügend Platz, um für sich zu lernen oder um gemeinsam mit anderen etwas zu erarbeiten. Wer möchte, kann sich ohne Konsumzwang aufhalten und von der Medienvielfalt inspirieren lassen. Aufgrund der zentralen Lage und der guten Verkehrslage ist der neue Bibliotheksstandort auch als Treffpunkt geeignet.
Bevor die Landesbibliothek in das Post- und Verwaltungsgebäude Vaduz einzieht, wird das ganze Gebäude vollständig saniert und nach einem Architekturwettbewerb bibliotheksgerecht umgebaut. Beibehalten werden nur die Bodenplatten der einzelnen Stockwerke. Die Aussenfassaden und die Innenausstattung werden vollständig erneuert.

Die Gesamtkosten für die Totalsanierung und den Umbau des Post- und Verwaltungsgebäudes Vaduz für die Landesbibliothek belaufen sich auf CHF 25.0 Mio. Die Gemeinde Vaduz unterstützt diesen Bibliotheksstandort mit einem finanziellen Beitrag von CHF 3.0. Für das Land verbleiben somit Kosten von CHF 22.0 Mio.

Aufgrund seines Alters muss das Post- und Verwaltungsgebäude Vaduz ohnehin saniert werden. Die Sanierungskosten des Gebäudes ohne Bibliotheksnutzung wurden im Jahr 2014 auf CHF 17.2 Mio. geschätzt.

Die bestehende Tragekonstruktion des Gebäudes ermöglicht eine flexible Nutzung und die Lebensdauer der Betonkonstruktion ist noch lange nicht erreicht. Die Kosten sind bei einem Totalabbruch bis in die Untergeschosse mit rund CHF 39.0 Mio. wesentlich höher als bei der geplanten Gesamtsanierung. Zudem verlängert sich die Planungs- und Bauzeit bei einem Abbruch und Neubau des Post- und Verwaltungsgebäudes um mindestens zwei Jahre.

Werden die Untergeschosse beibehalten, reduzieren sich die Kosten auf rund CHF 33.2 Mio. Aus konstruktiven Gründen ist es dann jedoch erforderlich, dass der Hochbau auf der bestehenden Struktur aufbaut. Somit entsteht bei einem Teilabbruch gegenüber der heutigen Situation kein Mehrwert.

Im Zug früherer Standortabklärungen liess die Regierung in einer Machbarkeitsstudie untersuchen, ob der bisherige Standort am Gerberweg ausgebaut und das ganze Gebäude als Bibliothek genutzt werden könnte. Diese Machbarkeitsstudie ergab, dass das Gebäude am Gerberweg für den Raumbedarf der Landesbibliothek zu klein ist. Ein Grossteil des Medienbestands wäre weiterhin ausgelagert, ein zeitgemässer Bibliotheksbetrieb wäre nur bedingt möglich. Die Regierung beschloss deshalb, auf eine bauliche Erweiterung der Landesbibliothek im bestehenden Gebäude zu verzichten.
Gemäss der heutigen Planung soll sich die Landesbibliothek im Herbst 2026 am neuen Standort im Zentrum von Vaduz befinden. Mit der Sanierung und dem Umbau des Post- und Verwaltungsgebäudes Vaduz kann erst begonnen werden, wenn die Verwaltungsangestellten in diesem Gebäude ihre Arbeitsplätze im noch zu erstellenden Dienstleistungszentrum Giessen bezogen haben. Dies wird voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2024 der Fall sein.
Die Liechtensteinische Post AG hat heute bestimmte Räumlichkeiten im Post- und Verwaltungsgebäude für die Poststelle Vaduz gemietet. Diese Posträumlichkeiten entsprechen hinsichtlich der Erreichbarkeit nur noch bedingt den heutigen Kundenbedürfnissen. Die Poststelle Vaduz möchte sich ausserdem flächenmässig verkleinern. Die Liechtensteinische Post AG prüft bereits seit einiger Zeit alternative Standorte. Kein Interesse hat die Liechtensteinische Post AG an einem fixen, mehr als fünfjährigen Mietvertrag, da der postalische Markt einem starken Wandel unterliegt. Aus diesem Grund ist es für die Liechtensteinische Post AG auch schwierig, heute die Bedürfnisse der Poststelle Vaduz für die Zeit nach der Gesamtsanierung im Jahr 2026 zu definieren.
Heute sind im Post- und Verwaltungsgebäude Vaduz die Arbeitsplätze von rund 70 Mitarbeitenden der Liechtensteinischen Landesverwaltung untergebracht. Das geplante Dienstleistungszentrum der Liechtensteinischen Landesverwaltung soll deshalb erweitert werden, um Platz für 90 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Für diese Erweiterung des Dienstleistungszentrums wird mit Kosten von CHF 14.3 Mio. gerechnet.

An vielen Orten sind in den letzten Jahren neue Bibliotheksgebäude errichtet oder bestehende Gebäude in Bibliotheken umgewandelt worden. Beispiele aus der unmittelbaren Nachbarschaft sind St. Gallen und Chur. In beiden Städten wurden zentral gelegene Postgebäude in Bibliotheken umgewandelt.

Andere Beispiele aus der Schweiz sind die neuen Bibliotheksstandorte der Stadtbibliothek Rapperswil-Jona und der Hochschulbibliothek Winterthur. In Luxemburg hat kürzlich die Nationalbibliothek ihr neues Bibliotheksgebäude bezogen. In Dänemark erweist sich der Neubau der Städtischen Bibliothek Aarhus als grosser Publikumsmagnet.

In der Landesbibliothek kann ich Romane, Sachbücher, Reisebücher, Hörbücher, Filme, Zeitschriften und Comics ausleihen. Für Kinder und Jugendliche gibt es Bilderbücher, Kinder- und Jugendromane sowie Sachbücher und Konsolenspiele. Auf der Homepage der Landesbibliothek kann ich elektronische Medien wie eBooks, E-Audio-, E-Paper und elektronische Fachzeitschriften herunterladen (Dibiost, Genios).

Die Landesbibliothek bietet mir Medien zur kostenlosen Nutzung an. Im Bibliotheksgebäude stehen mir der Lesesaal, die Lernplätze, die Computerarbeitsplätze mit Internet und Drucker sowie der Kopierer zur Verfügung. In der Cafeteria kann ich etwas trinken, essen, die Zeitungen lesen oder mich mit anderen treffen.

Über den Online-Katalog der Landesbibliothek kann ich nachschauen, welche Medien vorhanden sind. Im Online-Katalog kann ich auch Medien reservieren und ausgeliehene Medien verlängern.

Die Liechtensteinische Landesbibliothek hat den gesetzlichen Auftrag, alle Publikationen aus Liechtenstein und über Liechtenstein zu sammeln. Sie macht als Nationalbibliothek die Liechtenstein-Publikationen zugänglich und bewahrt sie für künftige Generationen auf. Diese Publikationen dienen allen Menschen und Institutionen, die sich mit Liechtenstein-Themen beschäftigen.